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Autor Thema: Libellen als Beute an Gewässern  (Gelesen 395 mal)
John Osmani
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« am: 2010-07-10 11:33:52 »


Immer wieder erstaunlich finde ich die Tatsache das sich Libellen in Spinnennetzen verfangen, obwohl sie unter enorm viel Kraft in ihren Flügeln verfügen. Hat jemand schonmal beobachtet wie eine Libelle in ein Netz geflogen ist?



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Jörg Pageler
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« Antworten #1 am: 2010-07-10 13:42:30 »

Hallo John,

bei "Libelle im Netz" denke ich sofort an Jürgens Fund.
Ich glaube, das Problem bei Libellen ist die enorme Flügelfläche, mit der sie im Netz kleben. Da hilft dann auch keine Kraft mehr.

Jörg
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John Osmani
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« Antworten #2 am: 2010-07-10 22:42:17 »


Hallo Jörg! Vielen lieben Dank für deinen Hinweis! Es wäre mal interessant zu wissen ob sich das bei Schmetterlingen auch so verhält. Ob es im Devon auch Spinnen gab die die Riesenlibellen mit Netzen eingefangen haben?

LG,John
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Jörg Pageler
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« Antworten #3 am: 2010-07-10 23:51:00 »

Hallo John,

die Flügel der (meisten) Schmetterlinge sind ja mit feinen Schuppen besetzt (Lepidoptera: Schuppenflügler). Wenn sich ein Schmetterling in einem Spinnennetz verfängt, bleiben oft nur die Schuppen kleben, und der Falter kann entkommen. Er ist dann zwar nicht mehr ganz so schön, aber wenigstens noch am Leben - er kann also zufrieden sein ;-)

Jörg
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Arno Grabolle
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« Antworten #4 am: 2010-07-11 00:45:32 »

Ja, wie Jörg es beschreibt ist es. Ich habe mal von Radnetzspinnen in den Tropen gelesen, die auf Schmetterlinge als Beute spezialisiert waren. Ihr Netz war in den oberen paar Sektoren enorm nach oben verlängert (ca. das 4fache des Netzdurchmessers). Schmetterlinge, die in den oberen Teil des Netzes fliegen, schaffen es, sich mit einem Flügel wieder zu befreien, klappen mach unten und bleiben wieder hängen. Dann befreien sie sich wieder usw. Jedes mal verlieren sie ein paar Schuppen, bis sie unten (an der Nabe) angekommen sind und keine Schuppen mehr an den Flügeln haben. So kann die Spinne sie überwältigen.

Arno
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John Osmani
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« Antworten #5 am: 2010-07-13 20:18:33 »


Hi Arno! Weisst du zufällig noch um welche Gattung es sich bei dieser tropischen Spinne gehandelt hat?


LG,John
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Arno Grabolle
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« Antworten #6 am: 2010-07-13 23:08:58 »

Nein, habe ich mir nicht gemerkt. Ich weiß nicht mal mehr, wo ich es gelesen habe. So viele Quellen dafür dürfte ich nicht kennen. Ich kann man nachsehen, vielleicht finde ich es wieder.

Arno
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Tobias Bauer
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« Antworten #7 am: 2010-07-13 23:20:16 »

Ich kenne Scoloderus cordatus, welche so ein Netz webt wie Arno es beschrieben hat ( und anscheinend auf Motten spezialisiert ist).

Hier ist ein Artikel zu ihr mit Abbildung des Netzes.

http://www.americanarachnology.org/JoA_free/JoA_v6_n2/JoA_v6_p141.pdf

Viele Grüße
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Arno Grabolle
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« Antworten #8 am: 2010-07-14 07:25:03 »

Ja genau, so sah das aus. Da habe ich das mit der Netzerweiterung nach oben aber gehörig unterschätzt. Das ist ja fast das 10fache des Durchmessers.

Arno
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Jörg Pageler
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« Antworten #9 am: 2010-07-14 10:00:39 »

Donnerwetter, was für ein extremes Netz! Ich wußte gar nicht, daß es sowas gibt. Und all der Aufwand bloß um nun unbedingt Schmetterlinge zu fangen! Spezialisierungen treiben manchmal echt komische Blüten!

Jörg
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Arno Grabolle
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« Antworten #10 am: 2010-07-14 13:11:40 »

Auch unter Menschen hat das obsessive sammeln von Schmetterlingen wunderliche Formen angenommen. Manche laufen mit Keschern durch Wiesen, andere stellen nachts riesige Lichtschirme auf ...

Es gibt ein paar sehr extreme Abwandlungen des Radnetzes. Einige Arten spannen nur noch einen Faden übers Wasser und lassen ein paar Fäden mit Leimtröpfchen am Ende als Angeln runterhängen. Ich glaube, die Bolaspinne hat ursprünglich auch mal ein Radnetz gebaut.

Arno
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Lars Friman
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Bad Belzig (MTB 3841)


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« Antworten #11 am: 2010-07-14 16:29:04 »

Moin moin,
wollte ich sagen:
"Auch unter Menschen hat das obsessive sammeln von (was auch immer) wunderliche Formen angenommen".
Lars Friman
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Kevin Pfeiffer
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« Antworten #12 am: 2010-08-06 22:48:06 »

Ich kenne Scoloderus cordatus, welche so ein Netz webt wie Arno es beschrieben hat ( und anscheinend auf Motten spezialisiert ist).

Hier ist ein Artikel zu ihr mit Abbildung des Netzes.

http://www.americanarachnology.org/JoA_free/JoA_v6_n2/JoA_v6_p141.pdf

Und jetzt meine Frage: Ist das S. cordatus oder S. nigriceps? Der Artikel stammt aus dem Jahr 1978 und zitiert einen im Jahre 1976 von Levi veröffentlichten Artikel, in dem er das Weibchen falsch bestimmt hat: Scoloderus cordatus Levi 1976: 386, f. 126-136 (f, misidentified).

Für die Verbreitung von S. cordatus steht "Mexico to Argentina" im Katalog. Baut S. nigriceps ("USA, Mexico, Bahama Is., Cuba, Jamaica") auch solch ein "inverted ladder web" (falls jemand weißt)?

-K

Ergänzung: Mit der genauen Artenname ist es egal, aber in Florida ist das S. nigriceps, denke ich. Hier die 1995 Revision von Traw:

http://www.google.com/url?sa=t&source=web&cd=2&ved=0CBgQFjAB&url=http%3A%2F%2Fdownloads.hindawi.com%2Fjournals%2Fpsyche%2F1995%2F087810.pdf&ei=1odcTK-nN4ulONyQ_ckP&usg=AFQjCNEBMMo2X699gSNf54pAbwU-wGo4MQ

Für eine Beschreibung des Netzes siehe auch Eberhard, 1975.
« Letzte Änderung: 2010-08-06 23:17:34 von Kevin Pfeiffer » Gespeichert
Tobias Bauer
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« Antworten #13 am: 2010-08-07 00:03:56 »

Hallo Kevin,

du hast bestimmt Recht (also dass das S. nigriceps ist). Ich kenne die Gattung nur von ein paar Artikeln über die Netze, die neuere Systematik ist mir unbekannt.

Allerdings steht überall, die gesamte Gattung Scoloderus baut solche großen Netze, dann bestimmt auch S. nigriceps.

Tobias
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